Sport gegen Gewalt

Straffällig gewordene Jugendliche müssten eingeschlossen werden, meinen viele Menschen in unserer Stadt. Fahim Yusufzai, gebürtiger Afghane und für einen Sicherheitsdienst im Jenfelder Einkaufzentrum tätig, hatte eine bessere Idee. Als die üblichen Maßnahmen gegen den Vandalismus und gegen die Kleinkriminalität von jungen Menschen nicht weiterhalfen, gründete er das Projekt „Sport gegen Gewalt".
Mit Hilfe der fernöstlichen Kampfsportart Teakwondo, die er meisterlich beherrscht, lehrte Yusufzai Tugenden wie Fairness und Achtung vor anderen Menschen, Selbstkontrolle und Disziplin. Der Erfolg war für viele Experten verblüffend: Die Straftaten im Einkaufzentrum und der Umgebung gingen stark zurück. Auch die Polizei war begeistert.
„Sport gegen Gewalt" wurde seit 2001 von der BürgerStiftung Hamburg gefördert und war eines der ersten großen Projekte der noch jungen Stiftung. Es handele sich um ein beispielhaftes Projekt, Jugendlichen unter schwierigen sozialen Bedingungen soziale Werte zu vermitteln und ihnen die Integration in die Gemeinschaft zu ermöglichen, hieß es in der Begründung. Als die BürgerStiftung die Förderung übernahm, kamen rund 80 Kinder und Junge Leute zwei Mal in der Woche in die Halle des Jugendzentrums Jenfeld zum Training. An Sonntagen traf man sich zum gemeinsamen Joggen oder es wurden Probleme der Jugendlichen besprochen. Die Eltern der Beteiligten kamen aus der Türkei, aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Afghanistan oder aus Ländern der früheren Sowjetunion.

Yusufzai, der sich auch durch eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit auszeichnete, wurde u.a. von weltbekannten Boxern wie den Brüdern Klitschko oder von Spielern des Hamburger SV unterstützt. Für seine gute Arbeit wurde er mit dem Hamburger Bürgerpreis und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Nach dem Einstieg der BürgerStiftung in das Projekt wurde damit begonnen, das erfolgreiche Angebot auch auf andere Stadtteile wie Neuallermöhe und Mümmelmannsberg auszuweiten. Die Zusammenarbeit zwischen Yusufzai und der BürgerStiftung endete 2005, nachdem der Projektleiter Hamburg in Richtung USA verlassen hatte und neue Ansprechpartner für eine Fortsetzung des Projektes nicht zur Verfügung standen.