Projekte

Jenfelder Samuritter

Gewaltprävention für Jungen und Mädchen durch Kampfkunst

Im Schuljahr 2006/07 zog in die Zweiten Klassen der Schule Oppelner Straße in Jenfeld mit Unterstützung der BürgerStiftung Hamburg Ritterlichkeit ein. Statt sich auf der Straße oder gar im Unterricht gegenseitig an den Kragen zu gehen, lernten die Schülerinnen und Schüler in zwei Gruppen unter der Leitung des Budotrainers Ghasem Spili und einer Sozialpädagogin ihre Aggressionslust mit Hilfe der Techniken und Tugenden fernöstlicher Kampfkunst zu bändigen. Der Sport wurde hierbei nicht leistungsorientiert betrieben, sondern sollte vor allem die Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie die Fähigkeit fördern, Körpersprache zu interpretieren.

Grundlage für das gemeinsame Training war zum einen der ritterliche Ehrenkodex. Der Ritter taucht kultur- und religionsübergreifend als positive Symbolfigur mit grundlegenden Eigenschaften wie besonderer innerer Kraft, Selbstbewusstsein und Selbstkontrolle und Ehrlichkeit auf. Zum anderen galt es dem Ideal des Samariters zu folgen. Gegenseitiger Respekt, das Akzeptieren von Grenzen und die Verantwortung gegenüber den Mitmenschen standen dementsprechend auch bei den Samurittern im Mittelpunkt.

Die Familien der Schüler stammten aus insgesamt zehn verschiedenen Nationen. So nahmen die Kinder gleichzeitig auch eine Lektion in Sachen interkulturellen Lernens und Verstehens mit und bauten Kontakt- und Berührungsängste untereinander ab. Feste Rituale und Regeln halfen ihnen dabei, in ihrem wöchentlichen Training ein friedliches Miteinander aufzubauen und stärkten ihre persönlichen sozialen Kompetenzen. Bei Rollenspielen und gemeinsamen Gesprächsrunden über ihre Probleme in Schule und Familie erlernten die Kinder Konfliktbewältigungsstrategien und wurden für die Wahrnehmung ihrer eigenen Gefühle aufmerksamer.

Eltern, Lehrer und Mitarbeiter ansässiger sozialpädagogischer Einrichtungen waren von den Veränderungen und Fortschritten der Kinder begeistert. Aber das Projekt fand noch mehr Beachtung: 2006 nahm es an dem bundesweiten Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" teil und auch das benachbarte Studio Hamburg zeigte sich von der Idee so beeindruckt, dass es sich für eine finanzielle Unterstützung entschied.

Im August 2007 lief das Projekt in der Schule Oppelner Straße aus. Doch das Team um Ghasem Spili bietet in Kooperation mit REBUS auch weiterhin gewaltpräventive Kampfsportkurse an Hamburger Schulen an. Wir wünschen ihnen bei ihrer weiteren Arbeit viel Erfolg!