Projekte

Hot Schrott

Sie waren das erste Projekt der BürgerStiftung Hamburg und jahrelang deren Markenzeichen, die Trommler aus der Hamburger Trabantenstadt Osdorfer Born, die mit zurecht geschnittenen Besenstilen auf Kanister und Dosen, ausgedienten Feuerlöscher oder ausgehängten Autotüren trommelten. Auch ein ausgedienter Briefkasten und Kochtöpfe aller Art mussten dazu herhalten, die lauten und nicht weniger heißen Rhythmen der außergewöhnlichen Band mit dem starken Namen Hot Schrott zu produzieren.

Initiator und Übungsleiter und Betreuer der 1999 gegründeten Band war Christian von Richthofen, Schlagzeuger und Schauspieler, der die Band in erstaunlich kurzer Zeit auf Touren gebracht hatte. Es war nicht nur ein ausgezeichnetes Stück Musikpädagogik, sondern gefragt war genau so einfühlsame Sozialarbeit Für viele Jugendliche ist es klein leichtes Leben dort im Stadtteil und Musik hatte niemand der späteren Trommler gemacht, bevor Richthofen dort in einer Schule mit einer Bahnhofs-Gepäckkarre auftauchte, auf die er allerhand Schrott geladen hatte, auf dem er zu trommeln und damit für seine Sache zu werben begann.

Damit begann eine Erfolgsgeschichte, mit der so wohl kaum einer gerechnet hatte. Es gab Preise, zahlreiche Einladungen du Auftritte. Ein Höhepunkt sicher: Hot Schrott trommelte im Rahmen des Harley-Davidson-Festivals vor Tausenden begeisterter Motorradfans.

Teil des Konzeptes für dieses Projekt war der Plan, die Trommler irgendwann in die Selbstständigkeit zu entlassen. 2005 war es dann soweit. Hot Schrott nabelte sich von der BürgerStiftung, aber auch von Klaus von Richthofen ab und machte sich unter der Leitung von Medina Oldenburg, die schon früh mit von der Partie war, selbstständig. Und nicht nur das. Denn aus den einst Geförderten wurden Förderer der BürgerStiftung, die fünf Prozent ihres Gewinns an die Stiftung zahlen. Denn, so Medina Oldenburg gegenüber dem ZdF-Infokanal, „wir wollen, dass weiter solche Projekte gemacht werden".
Der Traum der jungen Band: Von der Trommelei leben zu können.
(Kontakt: Medina Oldenburg, e-mail: medina.oldenburg@gmx.de)