Jubiläum - 10 Jahre BürgerStiftung Hamburg

Am 31. März 2009 feierte die BürgerStiftung Hamburg ihren 10. Geburtstag.

Vor über 600 gutgelaunten Gästen betonte der Erste Bürgermeister Ole von Beust, dass die BürgerStiftung Hamburg stolz sein könne auf alles, was sie in den vergangenen zehn Jahren geleistet und erreicht habe. Die BürgerStiftung Hamburg strahle in und mit ihrer Arbeit Enthusiasmus, Freude und Fröhlichkeit aus. Zudem sei bürgerschaftliches Engagement der Geist, der eine Gesellschaft zusammenhalte: Der Wille zu helfen, es selber zu tun und nicht nur auf den Staat zu warten - das sei moralische Pflicht und Verantwortung, mache aber auch unglaublich viel Spaß. Die BürgerStiftung Hamburg passe damit ganz in die Tradition der Hansestadt. „Wir Hamburger nehmen unser Schicksal selbst in die Hand. Dazu gehört auch Hilfe für Schwache, die es alleine nicht schaffen."

Spaß war vor allen den Kindern und Jugendlichen aus den von der BürgerStiftung Hamburg geförderten Projekten anzumerken. Mit Energie und Leidenschaft zeigten sie ihr Können: Ein Raunen ging durch den Saal, als ein Gewichtheber 75-Kilo-Hanteln in die Luft stieß, die Rock Kids St. Pauli rockten die Halle mit ihrer Hymne: ‚Wir sind niemals zu klein, ein Rock'n Roller zu sein'. Disziplin und Begeisterung zeigten alle: Vom Leseclub Kölibri über die Trommlern aus Sieversstücken bis zu den Ballettänzern aus Horn.

 

Entsprechend nannte der Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen, Dr. Hans Fleisch, die Arbeit der BürgerStiftung Hamburg einzigartig erfolgreich. Sie sei für ganz Deutschland "ein Leuchtturm, der bis an den Bodensee" ausstrahle.

Prof. Dr. Sebastian Braun von der Humboldt Universität Berlin sprach in seiner Festrede von Bürgerstiftungen als Pfadfindern heutiger gesellschaftlicher Bedürfnisse. Sie zeigten Politik wie Unternehmen auf, wo die Problemlagen in der Kommune seien. An die Stelle des Staats als Hüter und Wächter der Gesellschaft trete zunehmend die Bürgergesellschaft.

Vorstandssprecherin Johanna von Hammerstein unterstrich die eindrucksvolle Entwicklung der BürgerStiftung Hamburg in nur zehn Jahren: Vom ersten Musikprojekt Hot-Schrott, das im Osdorfer Born gegründet wurde, zu den heute 45 Projekten, mit denen jährlich über 4.000 Kinder in sozialen Brennpunkten Hamburgs erreicht werden. Sie dankte allen Aktiven und Spendern wie Treuhandstiftern, Kooperationspartnern und auch der Politik, die geholfen hätten, die Idee einer Gemeinschaftsstiftung von Hamburger Bürgern für ihre Stadt umzusetzen. Gerade in Zeiten der Krise sei es wichtig, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich zu fragen, was eine Gesellschaft im Innersten zusammenhält.

 

Die BürgerStiftung Hamburg ist eine Erfolgsgeschichte des Bürgersinns. Zu ihrem Jubiläum weitet sie ihr Engagement aus. Frau von Hammerstein stellte das neueste Projekt vor: Den Stiftungsfond „HAMBURGER ANKER", an dessen Kapitalaufbau sich jeder Hamburger mit Beträgen ab 100 Euro beteiligen kann. Ziel des Fonds ist es, Überforderungen von Familien zu vermeiden und Hilfestellung zu leisten, bevor es zu Vernachlässigung und Gewalt kommt. Jubiläumsrede von Johanna von Hammerstein (pdf, 35 kB)

Den Abschluss des Abends bildete eine außergewöhnliche Kunstauktion. Unter dem Motto „Originale stiften Verbindungen", versteigerte die Direktorin von Sotheby's Hamburg, Katharina Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein, Bilder und Zeichnungen u.a. von Daniel Richter und Jonathan Meese, zu Gunsten der Stiftungsarbeit. Der Erfolg des Abends und die Qualität der Bilder ließen die eindrucksvolle Summe von 20.350 Euro zusammen kommen.

Jubiläumsaktion "Originale stiften Verbindungen

Anlässlich unseres Geburtstages haben uns Kinder & Jugendliche aus unseren Projekten 625 bemalte Leinwände im Format 10 x 10 cm. geschenkt. Diese Originale haben wir zu einem Gesamtkunstwerk von ca. 3 x 3 Meter auf einer Bilderwand zusammengefügt und während unserer Jubiläumsfeier präsentiert.

 

Unsere Gäste haben während der Feier ebenfalls Leinwände bemalt. Diese Originale wurden gegen die bereits vorhandenen Bilder getauscht, so dass jeder Gast ein Original mit nach Hause nehmen konnte und uns seines gestiftet hat. So stiften Originale Verbindungen!

 

 

Am 8. Dezember 2009 überreichten Vertreter der BürgerStiftung Hamburg und der Initiative Bürgerstiftungen (IBS) je ein 10x10 cm großes originales Bild an Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestages und die Hamburger Abgeordnete Aydan Özoguz. Die symbolische Geste stand stellvertretend für die Schenkung der insgesamt 622 Bildern an alle Abgeordnete des Bundestages, um für die Idee der Bürgerstiftung in ganz Deutschland zu werben. Als Schirmherr der Berliner Bürgerstiftung ist Wolfgang Thierse der Bürgerstiftungsidee eng verbunden: „Gutes Zusammenleben kann der Staat nicht schaffen. Wir brauchen Bürger, die sich engagieren. Die Bürgerstiftungen sind hervorragend geeignet, um das bürgerschaftliche Engagement nachhaltig zu stärken. "

v.l.: Vizepräsident d. Deutschen Bundestages Wolfgang Thierse, Hamburger Abgeordnete Aydan Özoguz, Johanna von Hammerstein (BürgerStiftung Hamburg), Dr. Burkhard Küstermann (Leiter der Initiative Bürgerstiftungen)