Fakten und Zahlen

Am 31. März 1999 erfolgte die Anerkennung der BürgerStiftung Hamburg durch die Stiftungsaufsicht. 14 Gründungsstifterinnen und -stifter brachten den ersten Grundstock in Form eines 100.000-DM-Vermögens (51.129 Euro) zusammen.


Wie sich die BürgerStiftung Hamburg kontinuierlich weiterentwickelte können Sie in der Historie nachlesen. Einen tieferen Einblick in die Arbeit und die Entwicklung der Stiftung finden Sie in unseren jährlichen Berichten.

 

Bilanz für das Jahr 2019

Im Geschäftsjahr 2019 ist das Stiftungskapital aufgrund von Zustiftungen und durch die weitere Verschmelzung von zwei Treuhandstiftungen mit der BürgerStiftung Hamburg auf 51,9 Millionen Euro (Vorjahr: 35,0 Millionen) angewachsen.

Einen weiteren Beitrag zum Vermögen der Stiftung liefert die Verwaltung der 15 Treuhandstiftungen, die einen Vermögensstock von insgesamt 11,3 Millionen Euro (Vorjahr: 9 Millionen Euro) ausmachen. Zum Jahresende 2019 verwaltete die BürgerStiftung Hamburg somit ein Stiftungskapital einschließlich des Kapitals der 15 Treuhandstiftungen von 63,2 Millionen Euro (Vorjahr: 44 Millionen Euro). Das Gesamtvermögen einschließlich Rücklagen und Verbindlichkeiten betrug 74,9 Millionen Euro (Vorjahr: 53,7 Millionen Euro).

 

 

Durch einen umfangreichen Immobiliennachlass wurde die bereits im vorvergangenen Jahr begonnene Veränderung der Zusammensetzung der Anlageklassen im Jahr 2019 verstärkt: Rund die Hälfte des Anlagevermögens besteht aus Immobilien im Eigentum der BürgerStiftung Hamburg. Also konnte die BürgerStiftung Hamburg auch im 21. Jahr ihres Bestehens erneut ihr Vermögen, sowie – trotz seit Jahren anhaltendem niedrigem Zinsniveau – ihre Erträge und Aufwendungen weiter steigern.

 

Einnahmen 2019: weiter starkes Wachstum im Bereich der Spenden

Die Einnahmen setzen sich aus Erträgen aus der Vermögensverwaltung einerseits und finanziellen Zuwendungen andererseits zusammen. Diese Zuwendungen bestehen maßgeblich aus Spenden Hamburger BürgerInnen und Unternehmen sowie Fördermitteln anderer Institutionen und der öffentlichen Hand.

 

 

Die Spendeneinnahmen der BürgerStiftung Hamburg lagen 2019 mit 1,6 Millionen Euro fast doppelt so hoch wie im Vorjahr (818 Tausend Euro). Diese Steigerung ist insbesondere auf einige im 20. Jubiläumsjahr eingegangene große Einzelspenden von Hamburger BürgerInnen und Unternehmen sowie auf Nachlässe zurückzuführen. Die eingenommenen Fördermittel in Höhe von 1,3 Millionen Euro konnten ebenfalls gesteigert werden (Vorjahr: 1,1 Millionen Euro). Dies resultiert aus höheren Zuwendungen anderer Stiftungen und aus Zuschüssen von Bundesmitteln.

 

Die operativen Nettoerträge aus der Vermögensverwaltung - Finanzanlagen und Immobilien ohne Berücksichtigung von Gewinnen und Verlusten aus Wertpapierveräußerungen, Wertaufholungen und -minderungen – lagen bei 880 Tausend Euro, mit einer einmaligen Investitionszulage sogar bei 1,3 Millionen Euro (761 Tausend Euro im Vorjahr) und sind somit ebenfalls gestiegen. Diese Entwicklung resultiert insbesondere aus umfangreicheren Mieteinnahmen des weiter gewachsenen Immobilienportfolios.

 

Ausgaben 2019: mehr Mittel für die Stiftungszwecke

2019 wurden 2,85 Millionen Euro (Vorjahr: 2,52 Millionen Euro) zur Erfüllung der Stiftungszwecke ausgegeben – erneut so viel wie noch nie! Die BürgerStiftung Hamburg hat damit ihre Aufwendungen für die Projektarbeit und -förderung gemeinsam mit ihren Treuhandstiftungen gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent steigern können. Obwohl das stetige Wachstum der Stiftung auch eine Verstärkung der Verwaltungskapazitäten fordert, liegt der Anteil der Verwaltungskosten mit 333 Tausend Euro auf einem weiterhin niedrigen Niveau bzw. ist sogar auf 9,7 Prozent (Vorjahr: 10,1 Prozent) gesunken.

 

Anlagestrategie und - richtlinien

Rund 70 Prozent des Kapitals sind vornehmlich konservativ in Wertpapieren angelegt und werden ganz überwiegend von Banken verwaltet. Diese Vermögensverwaltungen werden zudem durch einen externen Vermögenscontroller überwacht. Die Grundsätze der Anlagenpolitik sind in den Anlagerichtlinien festgelegt und werden durch Vermögensverwalter der Geschäftsbanken selbstständig umgesetzt.

 

Durch die Anlagerichtlinien sollen insbesondere in den zunehmend volatilen Kapitalmärkten und sich verändernden Konjunkturaussichten sichere und ertragreiche Ausschüttungen sowie das Controlling durch die Banken und den externen Controller ermöglicht werden. Aus strategischer Sicht werden weiterhin auch Alternativen zur Bankenverwaltung und eine Ausweitung der Vermögensklassen geprüft.

Ausblick

Der auf rund 50 Prozent gestiegene Anteil des Immobilienvermögens am Stiftungskapital schafft finanzielle Stabilität sowie durch die Mieteinnahmen eine gegenüber Zinsen und Dividenden erhöhte Planungssicherheit für die zur Zweckerfüllung zur Verfügung stehenden Mittel. Dies ist in Zeiten steigender Volatilität an den Kapitalmärkten und langfristig niedriger Zinsen besonders wichtig. Die Krise im Jahr 2020 mit derzeit noch nicht abschätzbaren Folgen birgt auf diesem Fundament allerdings eine Reihe neuer Herausforderungen.

 

Die Mittel der BürgerStiftung Hamburg sowie ihrer 15 Treuhandstiftungen ertragbringend zu investieren, sicher zu bewahren und zielgerichtet zur Erfüllung der Satzungszwecke einzusetzen, wird damit umso herausfordernder und birgt höhere Risiken. Vor allem, da selbst stabile Erträge und Vermögensverhältnisse schon bisher für die Finanzierung der Stiftungsarbeit bei Weitem nicht ausreichten: Zwar konnten rund 25 Prozent der Ausgaben durch Kapitalerträge und Mieteinnahmen gedeckt werden, aber erst Spenden Hamburger BürgerInnen und Unternehmen sowie Kooperationsmittel z. B. von unseren Treuhandstiftungen und selbstständigen Stiftungen ermöglichen die umfangreiche und nachhaltige Projektarbeit. Sie machen 75 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel aus.

 

Nun werden insbesondere die Spendeneinnahmen – zuletzt und vor allem in 2019 starker Treiber der positiven Entwicklungen in der BürgerStiftung Hamburg – mindestens im laufenden und kommenden Geschäftsjahr nicht einschätzbar sein. Das Jahr 2020 ist durch die positive Entwicklung im Jahr 2019 zwar weitgehend gesichert, für die Zukunft ist aber klar, was auch bisher schon galt: Die Stärke ihrer Unterstützer und Partner ist auch immer die Stärke der BürgerStiftung Hamburg.

 

Trotz aller Herausforderungen ist es das klare Ziel der BürgerStiftung Hamburg, ihre Position als unabhängiges und gemeinnütziges Dach für Stiftungen in Hamburg in den kommenden Jahren weiter auszubauen und weitere SpenderInnen und UnterstützerInnen zu gewinnen, um für die Erfüllung der insbesondere auch in Krisenzeiten wichtigen Stiftungszwecke Sorge zu tragen.

 

 

Der Anlagebeirat

Ein vom Vorstand eingesetztes ehrenamtlich arbeitendes Gremium, das umfangreiches Fach-Know-how aus langjährigen, qualifizierten Tätigkeiten in der Industrie, Finanz- und Immobilienwirtschaft oder der öffentlichen Verwaltung mitbringt, sorgt in Kooperation mit verschiedenen VermögensverwalterInnen für eine erfolgreiche Anlage des Stiftungsvermögens. Grundlage für die Arbeit des Beirats sind die „Richtlinien für die Vermögensanlage“. Ziel der Arbeit ist ein realer Erhalt des Stiftungsvermögens und nachhaltig hohe und regelmäßige Ausschüttungen.

Grundsätze der Wirtschaftsführung der BürgerStiftung Hamburg

Die BürgerStiftung Hamburg orientiert sich bei der Mitteleinwerbung und -verwendung an anerkannten Grundsätzen im Bereich gemeinnütziger Institutionen. Für uns und unsere freiwilligen Helfer gelten entsprechende Verhaltensregeln wie
• nachprüfbare und sparsame Mittelverwendung
• eindeutige und nachvollziehbare Rechnungslegung
• interne Überwachung des Leitungsgremiums durch ein unabhängiges Aufsichtsorgan (Stiftungsrat)
• keine Erfolgsbeteiligung oder Vergünstigungen für Vermittlung von Einnahmen
• Einhaltung der Datenschutzbestimmungen, speziell im Hinblick auf Spenderdaten
• Veröffentlichung eines jährlichen Geschäftsberichtes mit Erläuterung der wesentlichen Aufwands- und Ertragsarten

Seit ihrer Gründung wird der Jahresabschluss der BürgerStiftung Hamburg von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young geprüft; es liegen mithin nach Gesetz und den Grundsätzen für Abschlussprüfungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) aufgestellte jährliche Prüfberichte vor.

Weitere Informationen finden Sie im Wirtschaftsprüfbericht und im Jahresbericht der BürgerStiftung Hamburg, die als Download bereit stehen.