Evaluation

Zum Selbstverständnis der BürgerStiftung Hamburg gehört es, Projekte nicht nur finanziell zu fördern, sondern sie kontinuierlich beratend zu begleiten.
Zudem sehen wir uns unseren Spendern gegenüber in der Pflicht zu überprüfen, ob unsere Projekte erfolgreich sind. Es geht also nicht nur um Qualitätsentwicklung, sondern auch um Kontrolle – ein Balanceakt, der den Evaluatoren mitunter viel Fingerspitzengefühl abverlangt.

In der AG Evaluation engagieren sich zurzeit 15 Ehrenamtliche – die meisten ehemalige Pädagogen. Die Arbeit des Evaluationsteams beginnt stets mit der Sichtung der Projektakte in der BürgerStiftung Hamburg, die einen ersten Einblick in Projektziele und -aktivitäten gibt. Nachdem das Team ausgearbeitet hat, anhand welcher Indikatoren das Erreichen der Projektziele zu beurteilen ist, werden geeignete Erhebungsmethoden entwickelt – und dann geht es „ab ins Projekt“. Der Evaluationsbericht wird mit dem Vorstand der BürgerStiftung Hamburg und der Projektleitung diskutiert. So gewährleisten wir, dass die Evaluation konkrete Impulse zur Weiterentwicklung des Projekts gibt.

 

 

Herausforderung Evaluation - Interview mit Barbara Buchsteiner

Foto: Kirsten Haarmann

Mia Weselmann im Interview mit Barbara Buchsteiner, die eine Gesamtschule aufgebaut und sechs Jahre lang geleitet hat, bevor sie in die Schulaufsicht wechselte. Seit sie 2007 in den Ruhestand ging, engagiert sie sich ehrenamtlich in der AG Evaluation. Seit 2010 ist sie zudem Vorstandsmitglied der BürgerStiftung Hamburg. 

 

Mia Weselmann: Sie engagieren sich als Projektevaluatorin. Worum geht es dabei?
Barbara Buchsteiner: „Evaluation“ meint die Überprüfung des Projekterfolgs mit sozialwissenschaftlichen Methoden. Wir haben zum Beispiel im Tanzprojekt „Step by Step“ die Schulleiter interviewt, um zu überprüfen, ob das Projekt wie angestrebt ins Schulprofil integriert wird. In der "LeseZeit" haben wir in einigen Vorlesestunden hospitiert und Interviews mit den ehrenamtlichen Projektorganisatoren und Vorlesern sowie den Ansprechpartnern in der Schule oder Kita geführt.
MW: Welche Voraussetzungen muss man dafür mitbringen?
BB: Ich denke vor allem Lust auf selbstständiges und systematisches Arbeiten und eine gute Portion Pragmatismus. Ein souveräner Umgang mit Sprache ist auch wichtig – schließlich schreiben wir am Ende jeder Evaluation einen Bericht. Im letzten Jahr haben wir außerdem angefangen, unsere AG-Sitzungen zur eigenen Fortbildung zu nutzen, um uns weitere Methoden anzueignen.
MW: Welche Herausforderungen bringt eine Evaluation mit sich?
BB: Einige Projekte haben ihre Ziele nur ungenau formuliert – da wird es natürlich schwer, den Projekterfolg zu überprüfen. Dann ist unser erster Schritt, die Projektleitung bei der Zielklärung zu beraten.
MW: Was motiviert Sie zu ihrem Engagement – was gefällt Ihnen daran?
BB: Ich lerne neue Kultur- und Jugendprojekte kennen und junge Künstler und Pädagogen, die begeistert bei der Sache sind. Für mich ist dies ein idealer Austausch von Ideen und Erfahrungen zwischen den Generationen.
MW: Wie wird Ihre Arbeit von den Projekten aufgenommen?
BB: Mitunter stoßen wir auf Vorbehalte, aber in der Regel sind die Projektleiter sehr offen und interessiert, denn das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Evaluation wächst – immer mehr Geldgeber fragen danach.