Vielfalt unter dem Dach der BürgerStiftung Hamburg

Unter dem Dach der BürgerStiftung Hamburg findet sich ein buntes Kaleidoskop verschiedener Treuhandstiftungen. Die Stifter haben sich aus ihrer ganz speziellen Lebenserfahrung ein weites Spektrum zur Förderung gesucht. Wir helfen ihnen dabei, ihre Förderwünsche umzusetzen.

 

Besonderheiten von Treuhandstiftungen (THS)
Treuhandstiftungen sind keine eigene Rechtspersönlichkeit und handeln deshalb stets durch einen Treuhänder, also beispielsweise die BürgerStiftung Hamburg. Während selbstständige Stiftungen auf Dauer angelegt sind und daher z.B. Satzung und Stiftungszweck so gut wie gar nicht geändert werden können, gibt es bei Treuhandstiftungen eine deutlich höhere Flexibilität. Der Stifter kann beispielsweise, wenn auch unter Mitwirkung der Treuhänderin und u. U. des Finanzamtes, seine Satzung wieder ändern und auch das künftige Schicksal seiner Stiftung bestimmen. Das bezieht sich z.B. auf den Übergang auf einen anderen Treuhänder oder auf eine rechtsfähige Stiftung, auf das Eingehen in das Kapital der Treuhänderin, etwa in Form eines Stiftungsfonds. Bei mehreren der von der BürgerStiftung Hamburg betreuten Treuhandsstiftungen ist z.B. geregelt, dass das Kapital nach einer bestimmten Frist (z.B. zehn Jahre nach dem Ableben des Stifters) in das Kapital unserer Stiftung aufgeht oder aufgehen kann.

 

Im Interesse einer professionellen Mittelverwendung sollten die Zwecke der Treuhandstiftung mit denen der BürgerStiftung Hamburg möglichst übereinstimmen; abhängig hiervon erwarten wir für das vorgesehene Stiftungskapital einen gewissen Mindestumfang, damit der Stiftungszweck überhaupt erreichbar ist und um eine wirkungsvolle Arbeit und Verwaltung sicherstellen zu können.

 

Wie betreut die BürgerStiftung Hamburg Treuhandstiftungen (THS)?

 

1. Der Stifter gibt der THS den Namen und den Zweck vor. Der Zweck einer neuen Stiftung, also auch der einer THS, will gut überlegt und formuliert sein. Er muss sich im Rahmen der Abgabenordnung halten. Er sollte grundsätzlich nicht zu weit gezogen sein. Von uns betreute THS sollten sich auf das Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg und möglichst auf die satzungsgemäßen Zwecke der BürgerStiftung Hamburg (je nach Höhe des erwarteten Vermögens) beziehen. Für den Namen der THS gibt es so gut wie keine Einschränkungen.

 

2. Für jede THS wird ein Treuhandvertrag zwischen dem Stifter (= Treugeber) und der BürgerStiftung Hamburg als Treuhänderin abgeschlossen. Er wird um eine Satzung ergänzt, die den inneren Betrieb der Stiftung regelt. In ihm werden das Verhältnis dieser Vertragsparteien zueinander sowie die Aufgaben der Treuhänderin geregelt. Dem Treuhandvertrag ist die Satzung der THS als Anlage beigefügt. Die BürgerStiftung Hamburg bzw. mit ihr kooperierende Juristen beraten Treuhandstifter gern bei der Erstellung von Satzungen und Treuhandverträgen.

 

3. Die BürgerStiftung Hamburg als Treuhänderin vertritt die THS nach außen. D.h. sie ist für die sorgfältige Anlage des Vermögens (in der Regel in Abstimmung mit dem Beirat, siehe 4.), die satzungsgemäße Mittelverwendung, die Jahresabschlussprüfung sowie den Kontakt zur Stiftungsaufsicht und zum Finanzamt zuständig und entlastet damit den Stifter bzw. den Beirat deutlich. Auch die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Auswahl und Evaluation von Projekten kann zum Aufgabenbereich zählen.

 

4. Für die THS ist in der Regel ein mehrköpfiger Beirat vorgesehen, anfänglich mit dem Stifter (den Stiftern) und mindestens einem von der Treuhänderin entsandten Mitglied. Die Rechte und Pflichten des Beirats können unterschiedlich geregelt werden. Meist befindet der Beirat über die Mittelvergabe – also über die Projekte, die im Rahmen der vom Stifter vorgegebenen Zwecke gefördert werden sollen, – sowie die Kapitalanlage und „entlastet” insoweit die Treuhänderin.

 

5. Kontoinhaberin für die THS ist die „Treuhandstiftung N.N. in der BürgerStiftung Hamburg”. Das Konto wird – soweit gewünscht – bei einem vom Stifter gewünschten Kreditinstitut geführt, ansonsten entscheiden wir als Treuhänder und bündeln Vermögen im Interesse einer effizienten Anlagestrategie. Es handelt sich jedoch um Sondervermögen, das mit dem übrigen Vermögen der Treuhänderin nicht vermischt und im Jahresabschluss separat ausgewiesen wird.

 

6. Obwohl die Führung einer THS mit erheblichem Einsatz verbunden ist, leistet die BürgerStiftung Hamburg ihre Arbeit ohne Honorar oder Gebühren. Die Satzung einer von uns geführten THS sieht in der Regel vor, dass 20 Prozent der Netto-Erträge des Kapitals jährlich der BürgerStiftung Hamburg zur Erfüllung ihrer gemeinnützigen Projekte (zur Zeit Kinder- und Jugendprojekte in sozialen Brennpunkten) gespendet werden.

 

7. Die BürgerStiftung Hamburg hat Richtlinien für die Zusammenarbeit mit den von ihr geführten THS erlassen, in denen insbesondere die gegenseitige Unterrichtung sowie die Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit geregelt wurden.