Stiftungsverwaltung — die BürgerStiftung Hamburg im Dienste anderer Stifter

Die BürgerStiftung Hamburg begrüßt das Interesse am Stiften sehr, weil der Stiftungsgedanke ein Grundelement bürgerschaftlichen Engagements darstellt. Die BürgerStiftung Hamburg ist gern bereit, persönliche Gespräche zur Konkretisierung und Umsetzung der Gedanken eines Stifters zu führen. Ähnlich wie bei den Community Foundations im angelsächsischen Bereich sehen wir es als wichtige Aufgabe der Bürgerstiftungen an, Stiftungen und Stiftungszwecke unter unserem Dach zu bündeln und in mittlerer Zukunft eine zentrale Stiftungsinstitution in Hamburg zu werden. Dem Gedanken der Treuhandstiftungen wenden wir dabei besondere Aufmerksamkeit zu, weil wir uns mit unserem Anspruch und Wirken als besonders geeigneten Treuhänder verstehen. Denn die BürgerStiftung Hamburg ist völlig unabhängig. Ihre Entscheidungen trifft allein der Vorstand, der vom Stiftungsrat kontrolliert wird. Sie untersteht der Stiftungsaufsicht bei der Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg und der Kontrolle des Finanzamts und wird jährlich von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft.

 

Wollen mit Hamburg verbundene Bürger also lieber eine eigene Stiftung gründen (anstatt ins Kapital unserer Stiftung zuzustiften), dann stellt die BürgerStiftung Hamburg ihre Erfahrungen bei der Gründung und Verwaltung von Stiftungen gerne zur Verfügung. Dabei kann es sich entweder um eine unselbstständige oder um eine selbstständige Stiftung handeln:

 

1. Bei der Treuhandstiftung handelt es sich um eine unselbstständige Stiftung, die von einem Treuhänder, zum Beispiel der BürgerStiftung Hamburg, geführt wird. Eine solche Treuhandstiftung kann – im Gegensatz zu rechtsfähigen Stiftungen – sehr flexibel gehandhabt werden. Daher sind Treuhandstiftungen besonders dazu angetan, das Stiften „auszuprobieren”. Die BürgerStiftung Hamburg führt als Treuhänderin solche Treuhandstiftungen. Sie ist dann für die sorgfältige Anlage des Vermögens, die satzungsgemäße Mittelverwendung, den Jahresabschluss sowie den Kontakt zum Finanzamt verantwortlich. Sie tut dies in Abstimmung mit dem Beirat der Treuhandstiftung, dem internen Entscheidungsgremium.

 

2. Ein Stifter kann selbstverständlich auch eine eigene rechtsfähige Stiftung errichten. Nicht jeder ist aber in der Lage oder bereit, die Stiftung entsprechend den Regularien der Stiftungsaufsicht und des Finanzamtes zu führen. Die BürgerStiftung Hamburg kann entsprechend ihrer Satzung daher auch andere rechtsfähige Stiftungen führen und verwalten. Sie berät dann in allen Fragen der Stiftungsgründung, der Formulierung der Satzung, der Vermögensanlage, der Mittelverwendung und der ordnungsgemäßen Verwaltung. 

 

3. Mit dem Gesetz zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements vom 7.10.2007 hat ein Stifter die Möglichkeit auch Zustiftungen steuerbegünstigt zu tätigen (Zustiftungen zu vorhandenen Stiftungen, z.B. der BürgerStiftung Hamburg) – der Höchstbetrag von einer Mio. Euro kann über zehn Jahre (max.) abgesetzt werden. Einzelheiten über den Zweck der Zustiftung, Namen etc. werden vorsorglich geregelt.

Dr. Klaus Rollin, Bürgermeister Ole von Beust und Johanna von Hammerstein